Bruichladdich-Distillery
Aus der Bruichladdich-Distillery auf der bekannten Whisky-Insel Islay kommt ganz sicher einer des besten Whiskys überhaupt. Diese Feststellung gilt insbesondere für die Abfüllungen mit dem 15jährigen Whisky.
Die Brennerei liegt am westlichen Ufer von Loch Indaal. Betrachtet man die Distillery unter streng geographischen Gesichtspunkten, so wird man feststellen, dass es in Schottland keine weiter westlich gelegene Brennerei gibt. Früher gehörte das Prädikat der westlichsten Destillery Schottlands der Destillation in Port Charlotte. Diese Produktionsstätte existiert aber heute nicht mehr. Allerdings ist dieser Titel auch nicht in Stein gemeißelt. Denn Bruichladdich wird selbigen in Kürze an die Brennerei in Kilchoman verlieren. Man wird es sicher verkraften, weil hierdurch der Whisky garantiert nicht schlechter wird.
Die Bruichladdich Distillery Co. (Islay) Ltd. wurde im Jahre 1881 von den Brüdern Robert, William und John Gourlay Havey gegründet. Die Brennerei erlebte in den Folgejahren wechselhafte Besitzer und auch Jahre, in denen die Produktion daniederlag. Letztmalig wurden die Brennkessel im Jahr 1995 eingemottet. Im Jahr 2001 kaufte die Firma Murray McDavid mit diversen Kapitalgebern die Bruichladdich-Distillery. Als Brennmeister konnte der legendäre Jim McEwan gewonnen werden. Seitdem geht es wieder steil bergauf.
Der Bruichladdich-Whisky kann als leichter bis mittelschwerer Malt eingeordnet werden, womit er einen starken Kontrast zu den rauchigen Malts von Südufer der Insel Islay bildet. Die Gründe liegen vermutlich in einem weniger torfigen Wasser. Außerdem wird das Malz (hergestellt in der Mälzerei in Port Ellen) mit weniger Torf getrocknet.
Der Bruichladdich darf auf jeden Fall in keiner Whiskysammlung fehlen. Zu empfehlen ist der bereits erwähnte 15jährige Malt. Wer sich traut kann sich auch einmal die Minaturflasche des 17jährigen zulegen. Hier ist die Probe auf jeden Fall zu empfehlen, bevor man die Investitionsentscheidung für eine große Flasche trifft.
Klaus-Martin Meyer