Investieren in Whisky?
Mehr als 300 Whisky-Kenner waren jüngst bereit 3000 Dollar in eine Whiskybrennerei zu investieren, die noch zu erbauen sein wird. Die als Club-Distillery konzipierte Aktiengesellschaft will maximal 1250 Mitglieder aufnehmen. Als Naturaldividende für das Investment sollen die Mitglieder fünfzig Jahre lang sechs Flaschen Whisky im Jahr erhalten. Die erste Dividende "fließt" allerdings erst im Jahr 2017. Bei soviel notwendiger Geduld bekommt die Vokabel &qhot;Langfristinvestment&qhot; eine ganz neue Bedeutung.
Die Brennerei soll in einer ehemaligen Mühle betrieben werden. Die Gesamtkosten des Projektes werden mit 4,5 Millionen Dollar beziffert. Ein Drittel der Summe wurde bisher bereits von den Aktionären gezeichnet. Die Mitglieder des Klubs haben jederzeit Zugang zur Distillery und den sich darin befindlichen Clubzimmern.
Die Online der Ausgabe der Times ist skeptisch, ob das Investment lohnt. Die von der Redaktion errechnete Rendite wird mit 3,7 Prozent beziffert. Das ist offensichtlich nur ein Schnäpschen angesichts der mit der Investition verbundenen Risiken.
Wer unbedingt in eine noch zu erbauende Whiskybrennerei investieren will, sollte dann lieber die Aktien von den Blackwood Distillers vorziehen. Zwar ist auch die auf den Shetland Islands zu erbauende Brennerei noch im Planungsstadium, weil der Bau bereits mehrfach verschoben wurde, aber die Firma hat bereits erfolgreiche Produkte auf dem Markt, mit denen bereits jetzt fleißig Cash-Flow generiert wird. Zudem wird schon jetzt ein Absatzkanal etabliert, in den später dann viel einfacher der Whisky reinverkauft werden kann.
Allerdings muss man dem Club-Projekt zu Gute halten, dass das Ganze einen sehr exklusiven Vereinscharakter behalten soll. Das ist also mehr etwas für exzentrische Millionäre.
Klaus-Martin Meyer