Whisky und Kaffee in Urform

Im aktuellen Monatsbrief (November 2005) des legendären Versandhändlers Manufactum werden besondere Kaffees und Whiskys in einer sehr ursprünglichen Form angeboten. Bei den seltenen Kaffeesorten handelt es sich um Wildkaffee aus Äthiopien, während die Auswahl der Whiskys aus vier verschiedenen Regionen Schottlands kommt.

Was haben die edlen Kaffees (z.B. zu Gourmet-Espresso geröstet) und die Edeldestillate von der britischen Insel gemein? Die Antwort ist ganz einfach. Beides hebt sich wohltuend von den konventionellen Kaffees und Whiskys, wie sie im Supermarktregal landen, ab.

Die Qualität wird in Deutschland (eigentlich einem traditionellen Qualitätskaffeeland) immer schlechter. Der Grund: Die Bevölkerung wird immer älter und die Geschmacksnerven immer unsensibler. Damit der Kaffee weiterhin so schmeckt wie in der Jungend, mischen die Kaffeeproduzenten immer mehr billige Robustabohnen unter. So bleibt der gewohnt bittere Geschmack vermeintlich immer gleich.

Beim Whisky werden billige Blends (wohlmöglich mit Zuckercouleur gefärbt) in die Supermarktregale gestellt. Ungefilterte Fassabfüllungen, wie sie jetzt von Manufactum angeboten werden, sucht man dort vergeblich, denn die Geschmacksuniformität ist dort das Maß aller Dinge.

Wer seine Gäste einmal mit etwas wirklich großartigem überraschen will, der kredenzt zunächst eine Auswahl von ungefilterten hochprozentigen Whiskys, die nicht auf das Supermarktgeschmackserlebnis verwässert wurden. Am Ende des Abends darf es dann ein Espresso aus wilden äthiopischen Kaffeebohnen sein.

Wann erlebt man schon einmal solches Festival der Geschmackseindrücke? In beiden Fällen tut man noch etwas Guten für den Erhalt kleiner lokaler Ökonomien. Denn Kaffee muss schließlich nicht immer aus der Plantage kommen und Whisky nicht notwendiger Weise aus einer industriellen Großdestillation.

Klaus-Martin Meyer

 

Sie sind hier: Startseite<<Whisky Urform